Der Verein

 

Der Verein
Schützenbund Stadthagen e.V.

Tradition - Schießsport - Geselligkeit

Schon vor Jahrhunderten gab es Schützengesellschaften, Schützengilden und Schießübungen. Das Schützenwesen fand vor allem Ausdruck im alljährlichen Schützenfest, das heute mit gutem Recht das "Historische Schützenfest" heißt. Die Gründer des Schützenbundes konnten vor 137 Jahren auf dieser traditionsreichen Basis aufbauen und die organisierte Gemeinschaft der Schützen in Form eines Vereins ins Leben rufen.

Der 11. Juli 1861 ist ein bedeutendes Datum für alle deutschen Schützen. An diesem Tag wurde in der thüringischen Stadt Gotha der Deutsche Schützenbund gegründet. Gleich danach fand sich der "harte Kern" der Stadthäger Schützen, die bisher nur eine lose Bürger- bzw. Schützengesellschaft gebildet hatten, zu einer Gemeinschaft zusammen und bereitete noch 1862 die Gründung eines hiesigen Schützenvereins vor. Der Instanzenweg war lang. Erst ein Jahre später, 1863, erhielt der Verein vom Rat der Stadt die Statuten und die Schießordnung genehmigt. Trotzdem: Für die Schützenbrüder gilt das Jahr 1862 als eigentliches Gründungsjahr des Vereins, der sich heute Schützenbund nennt.
In den 17 Paragraphen umfassenden Statuten des "Schützenvereins zu Stadthagen" - das Dokument trägt das Datum 6. November 1863 - heißt es unter Paragraph 1 wörtlich: "Der Schützenverein hat den Zweck, sowohl die Schießübungen zu fördern und seine Mitglieder im Schießen zu vervollkommnen und dadurch zugleich dem städtischen Schützenfeste - Freischießen - eine ständigere Gesellschaft und größere Beteiligung zu sichern, als auch namentlich durch seine öfters geordnete und ehrenvolle Vereinigung eine größere Annäherung der verschiedenen Stände unter den Einwohnern hiesiger Stadt anzubahnen und bei denselben den Sinn für Gemeinwohl mehr zu wecken und zu nähren."
Das dem Magistrat vorgelegte "Verzeichnis der Schützenmitglieder" des neuen Vereins nennt folgende 36 Namen:
Pörtjenmüller, Fr. Ehlerding, Ludw. Beißner, Lindenberg sen., Deterding, Hagemeier, W. Butterbrodt, Mühlenberg, Conrd. Bömers, Bostel, Ant. Harten, Ant. Bredemeier, Brüggemann, Tischl. Deppner, C. Besser, Chr. Brunstermann, Klingemann, L. Dammann, A. Furthwengler, E. Busche (in Rodenberg), Cantor Fuchs, Gärtner, Bahnmeister Abel, Sundmacher jun., W. Bredemeier, Fr. Dreier, Lindenberg jun., Bärner, Chr. Dettmer, L. Bolenz, Conr. Ehlerding, F. Bergmeier jun., Fr. Busche, C. Brandt, C. Wömpner, Loefw, Carl Brunstermann.
Die erste Amtshandlung der "Direktion" des neuen Vereins, L. Bornemann, L. Dammann und Fr. Loefw, bestand darin, beim Magistrat der Stadt um den Bau eines neuen Scheibenstandes zu bitten. Der bisherige Schießstand auf dem Viehmarktplatz war den Schützen zu unsicher geworden. Der Antrag wurde genehmigt, der Stand auf dem Viehmarkt mit Sicherheitsvorkehrungen neu aufgebaut.

 

SB Scheibenstand 1875 1

Auf dem Viehmarkt wurde bis 1875 geschossen. Als zwischen dem damaligen Bahnhofswege (heute Bahnhofstraße) und dem Wall eine neue Verbindungsstraße, die Loccumer Straße, angelegt wurde und in diesem Bereiche die Bebauung fortschritt, mussten die Schützen weichen. Der neue Schießstand wurde von der Stadt am Enzer Wege (jetzt Enzer Straße), wo heute die Firma Lühr ansässig ist, errichtet. Hier blieben die Schützen jahrzehntelang.

Während des I. Weltkrieges ging der Schießbetrieb auf dem Stand an der Enzer Straße weiter, wenn auch nicht in dem gewohnten Umfang. 1919 wurde ein neuer Anfang gemacht. Der demolierte Scheibenstand wurde aus eigenen Mitteln so instandgesetzt, dass er wieder benutzt werden konnte.
1921 erklärte sich der Schützenbund bereit, das Schützenfest zu organisieren. Und das ist heute noch so. Wenn auch die Stadt Stadttagen als Träger des Historischen Schützenfestes verantwortlich zeichnet, so kommt das Organisationsteam, das Festkomitee, zur Hälfte aus den Reihen des Schützenbundes und zur anderen Hälfte aus dem Rat der Stadt Stadthagen.
1936 wurde ein weiteres Kapitel in der Vereinsgeschichte aufgeschlagen. Der Schießstand von 1875 war längst zu klein geworden. Die Stadt baute auf dem bisherigen Gelände an der Enzer Straße eine neue Schießanlage auf, die damals als modernste Einrichtung dieser Art im gesamten Schaumburger Land galt. Da gab es 14 Schießstände und eine Schützenhalle in der Größe von 10 mal 16 Meter. Die Baukosten betrugen 58 000 Mark und wurden aus Mitteln eines Arbeitsbeschaffungs-programms von der Stadt und dem Landkreis aufgebracht.
Der 2. Weltkrieg setzte dem Schießsport, wie auch dem übrigen Vereinsleben in der Stadt, vorerst ein Ende. Der Schießstand an der Enzer Straße wurde 1945 von den Besatzungstruppen als Schießstand für ihre Schießübungen benutzt, anschließend wurde die Anlage unbrauchbar gemacht und geschleift. Das Gelände wurde an zwei Privatfirmen veräußert.
1949 wurde der Schießsport durch die hannoversche Regierung - nach Überprüfung durch die Besatzungsmacht - wieder zugelassen. Im Herbst nahm der Schützenbund Stadthagen seine Vereinstätigkeit wieder auf. Die Schießübungen wurden vorerst im Saal des Vereinslokals Goldener Engel an der Obernstraße durchgeführt. Ein Jahr später richtete der Schützenbund das erste Historische Schützenfest nach dem Krieg aus.
1951 erhielt der Schützenbund eine eigene Vereinsfahne, die am ersten Schützenfesttag vor der Parade auf dem Marktplatz geweiht wurde. Im gleichen Jahr wurde in Stadthagen der Kreisschützenverband Schaumburg gegründet der die Schützenvereine im Schaumburger Land aufnahm.
Anfang der 50er Jahre errichtete der Schützenbund auf dem Gelände der ehemaligen Schießanlage an der Enzer Straße einen provisorischen Scheibenstand. Dann gelang es, die Stadt zu bewegen, für einen vom Verein zu errichtenden neuen Schießstand städtisches Gelände pachtweise zur Verfügung zu stellen. Mit viel Selbsthilfe wurde 1957 eine billig erworbene Holzbaracke auf dem Gelände südlich der Freibadeanstalt aufgestellt und als Schützenhalle mit vier KK-Ständen und neun Luftgewehrständen genutzt. Vier Jahre später wurde die Anlage mit erheblichen Kosten modernisiert.
Ende der 60er Jahre erhielt der Schützenbund von der Stadt den Bescheid, daß das Gelände, auf dem 1957 die Schießsportanlage errichtet worden war, für den Bau einer Stadionanlage benötigt wird. Gleichzeitig bot die Stadt den Schützen als Ausgleich für den Verlust des Domizils an der Freibadeanstalt ein neues Grundstück an der verlängerten Schachtstraße an. Für die Schützenbrüder gab es keine Alternative; sie erwarben das 16 000 Quadratmeter große Gelände in Erbpacht. Auf diesem Platz steht heute die moderne Schießsportanlage, die mit zu einer der größten und schönsten Einrichtungen dieser Art in Niedersachsen zählt.
Vorher wurde noch viel Schweiß vergossen. Die Schützen leisteten erhebliche Hand- und Spanndienste. Drei Jahre lang, von 1970 bis 1973 waren fast an jedem Tag und an den Wochenenden 30 bis 35 Männer im Einsatz. Die Bauleitung hatte Schützenbruder Karl-Ferdinand Rinne. Dem Bauausschuss gehörten ferner die damaligen Vereinsmitglieder Wilhelm Matthias (1. Vorsitzender), Erich Bartelsmeier (2 Vorsitzender), Heinz-Werner Wildhagen (Schießsportleiter), Manfred Witzel (Schriftführer) und Günter Fahsing (Schatzmeister) und die Herren Stadtdirektor Dr. Hermann Hippe, Friedrich-Wilhelm Welge, Fritz Mensching, Heinrich Wecke und Ernst Heumann an. Mit den vielen Helfern zusammen stellten sie eine Anlage auf die Beine, die heute einen Wert von rund 1 Millionen Euro darstellt.
Am 1. Juli 1973 war der große Tag der Einweihung. Die neue Schießsportanlage verfügt über 20 Bahnen, (10 m) für Luftgewehr und Luftpistole, 15 Bahnen (25 m) für Pistole und 13 Bahnen (50 und 100 m) für Kleinkaliber. Auf dem Freigelände schießen die Bogenschützen, deren Sparte innerhalb des Schützenbundes 1971 gegründet wurde. Den schießsportlichen Anlagen ist ein Auswertungsraum angegliedert. Ferner steht den Schützen ein Aufenthaltsraum zur Verfügung (Clubraum). In der Gaststätte und im Gesellschaftsraum finden rund 250 Gäste Platz. Im Gebäude ist auch noch eine Bundeskegelbahn mit zwei Scherenbahnen untergebracht.
Die Schießsportanlage des Schützenbundes ist Austragungsort von Kreismeisterschaften, außerdem Trainingsstätte für auswärtige Schützenvereine sowie Angehörige der Polizei. Die Stadthäger Schützen treffen sich regelmäßig jeden Dienstag und Sonntag auf den Schießständen. Bei den ca. 300 Mitgliedern des Schützenbundes wird neben der schießsportlichen Betätigung das gesellschaftliche Leben auch gepflegt.

 

Geselligkeit 1

Geselligkeit 2

Auch Geselligkeit gehört zum Schießen.